Interview mit Patrick Ness + exklusive Verlosung!

19 Oktober 2017

Jepp - du hast richtig gelesen.
Ich hatte mein allererstes Interview und durfte mit zwei anderen Bloggern dem großartigen Patrick Ness ein paar Fragen zu seinem Werk Sieben Minuten nach Mitternacht stellen. Nachdem wir die Verfilmung im Mai in den Kinos genießen und feiern konnten, können wir uns nun auf den Heimkinostart freuen, denn Sieben Minuten nach Mitternacht ist nun ab dem 19. Oktober als DVD, Blu-ray und digital erhältlich.
Und natürlich ist damit auch meine Verlosung verbunden, aber die gibt's erst am Ende, nach dem Interview ;)

Bevor wir mit dem fortfahren - hier kommst du zu meiner, wie immer spoilerfreien, Rezension zum Film samt Trailer und jetzt gebe ich euch noch ein paar Infos zum Buch, welches ich EUCH ALLEN empfehle schleunigst zu lesen! Das Interview ist nämlich nicht ganz spoilerfrei, doch keine Sorge, alle kritischen Passagen werden von mir angekündigt.



Sieben Minuten nach Mitternacht (OT A Monster Calls) handelt von dem jungen Conner O'Malley, der mit seiner krebskranken Mutter zusammen lebt und Angst hat, sie zu verlieren. Jede Nacht wird er von einem schrecklichen Alptraum geplagt und wenn er erwacht, immer sieben Minuten nach Mitternacht, sucht ihn ein Monster heim, das ihm drei Geschichten vom Leben erzählen will.
Nach der letzten soll Connor selbst eine erzählen, seinen Alptraum und diese wird die Wahrheit sein, welche er versuch vor sich und der ganzen Welt zu verstecken.

Die ursprüngliche Idee der Geschichte stammt von der britischen Autorin Siobhan Dowd, welche selber an Krebs litt und ihm letztlich erlag, bevor sie das Buch zu Ende schreiben konnte. Patrick Ness übernahm nach anfänglichen Zweifel den Roman und schrieb das Werk, welches wir heute so hoch preisen und lieben.




Das Interview


Der Film und das Buch heißen A Monster Calls, aber ich hatte nie den Eindruck, dass es ein klassisches Filmmonster ist, wie Wolfman, und ich wundere mich was für sie persönlich ein Monster ist?
Weißt du, ich gebe Interviews überall auf der Welt und es sind immer die Deutschen, die mit der metaphysischen Frage starten. (lacht) Interessant! "Ist es wichtig, immer die Wahrheit zu sagen?" Warum sollte ich das wissen?! Nein, es ist absolut in Ordnung. Ich mag es etwas anderes gefragt zu werden, anstatt das normale Zeug. Ich bin sehr, sehr glücklich über andere Fragen.
Ich gehe es etwas anders an, ich mag ein Wort, das mehrere Bedeutungen haben kann. Also das Buch heißt A Monster Calls, was eine Hommage an An Inspector Calls (Ein Inspektor kommt) ist, das J.B. Priestley Stück, und so haben wir unser offensichtliches Monster: Giganten und Bäume, Angst einflößend und letztendlich doch unerwartet freundlich. Der Grund dafür ist, dass es auf einem vorrömischen, englischen Volkstum über den Grünen Mann basiert, welcher die personifizierte Landschaft ist.
Doch es geht auch um... Ruft Conor eine Vaterfigur? Ruft er ein bisschen sich selbst? Zu wem spricht er wirklich? Ich mag irgendwie diese Art Übergang, dass wir nicht ganz wissen zu wem er spricht. Aber es ist nicht das einzige Monster im Buch, nicht wahr? Ist das Monster woanders? Ist es der Krebs? Ist es die Zukunft? Um genau das geht es wirklich! Es ist ein gutes Wort, das du denkst zu kennen... Und hoffentlich werden das Buch und die Geschichte das ein bisschen auseinander nehmen.
Also definitiv kein klassisches Monster, denn diese sind nicht so interessant. Wir erlauben einem Monster oft nicht zu wachsen und sich zu verändern, also ja, "Welches Monster bekämpft er?" ist, nehme ich an, meine Frage an euch.



Wenn wir über das Monster und A Monster Calls reden, wundere ich mich, was sie sich gedacht haben, als sie hörten, dass wir einen anderen Titel für das Buch haben, hier in Deutschland?
Ich muss es noch schaffen einen Buchtitel zu schreiben, der sich einfach übersetzten lässt. Mein nächstes Buch heißt Release und ich dachte das wäre einfach, es ist immerhin nur ein Wort, doch anscheinend ist dem nicht so. Die Dänen gehen jetzt schon in eine andere Richtung. (lacht)
Also ich weiß, insbesondere "a call" (ein Ruf) ist.. Dieser Gebrauch ist nicht besonders gewöhnlich im Englischen, also wusste ich, dass es ... wie auch immer, ich kann bloß die englischen
Titel schreiben und es ist der richtige Titel auf Englisch. Ich bin neugierig was andere Länder sich einfallen lassen. Deutschland war der erste mit Sieben Minuten und viele, viele Länder haben das übernommen. Es ist der gleiche Titel im Schwedischen, jedoch nicht im Norwegischen... Spanisch ist tatsächlich Das Monster kommt, mich zu sehen. Aber auf Italienisch, Französisch, da ist es auch Sieben Minuten nach Mitternacht. Auf Japanisch ist es Ein Monster flüstert, damit bin ich auch einverstanden. Ich sagte bloß zu mir, auf Englisch klingt Sieben Minuten nach Mitternacht (auf Englisch: Seven minutes after midnight) wie ein Horrorfilm und sie sagten: "Nun, im Deutschen klingt Ein Monster ruft wie ein Horrorfilm". Also okay, in Ordnung, du musst mitmachen bei dem was das Land möchte.




Also meine ist leider keine metaphysische Frage-
Das ist vollkommen in Ordnung. Mir hat es bloß gefallen. Ich komme oft nach Deutschland und finde es immer wieder großartig.
Blogger 3: -aber um beim Monster zu bleiben, ich war sehr überrascht von dem Ende des Filmes, da es ein wenig anders ist. Vielleicht zeigt es ein bisschen mehr von der Handlung, es geht über sie hinaus. Welches Ende bevorzugen sie? Denn sie haben beide Enden geschrieben.
Spoileralarm! Solltest du weder Buch, noch Film kennen, springe am besten zur nächsten Frage
Richtig! Ich bevorzuge das Ende des Buches für das Buch und das Ende des Filmes für den Film, denn sie haben unterschiedliche Funktionen. Ein Buch kannst du weglegen. Wenn du mit ihm fertig bist kannst du es schließen und einen ruhigen Moment haben. Doch ein Film ist nicht das gleiche Erlebnis und fordert dich bis zum Ende heraus.
Also wie um Himmels Willen verpacken wir das erträglich für das Publikum? Denn es ist sehr dunkel und sehr, sehr traurig. Also wie hast du dieses einzelne Erlebnis, das du nicht weglegen kannst? Denn du kannst das Kino nicht verlassen. Wie managst du das auf eine Weise, welcher das Publikum nicht widerstehen kann? Weil das ist ein großes Risiko! Ein Publikum wird "Scheiß drauf!" oder "Was soll das?!" rufen. Also haben wir für den Film viel darüber gesprochen wie er enden soll, wirklich sehr viel! Mir kam die Idee mit dem Notizbuch, dem Artbook, und ich dachte, das ist wunderschön! Ich kann mehrere Samen im Verlauf der Geschichte des Filmes setzten, sodass, wenn es passiert, wir realisieren, zu was wir hingeführt haben. Wir dachten, wir müssen den Zuschauern einen Moment der absoluten Stille geben, in dem sie gestorben ist und wenn du den Film dort beendet hättest, hätte sich das wie ein echter Schlag anfühlen.
Also dachten wir, wir geben ihnen Zeit durchzuatmen, denn der ganze Sinn ist, dass Conor an einen Ort gelangt ist, wo er weiß, dass diese schreckliche Sache passiert ist und dass es niemals nicht schrecklich sein wird, aber er kann noch immer weiterleben. Und das ist der Grund. Das ist warum ich denke, dass es das richtig Ende ist für den Film. Ich denke nicht dass es das richtige für das Buch ist, aber es ist das richtige Ende für den Film!
So habe ich das noch gar nicht betrachtet, großartig!
Gut! Davor hast du es gehasst und jetzt ist es okay! (lacht) Ja, ein Film hat eine andere Aufgabe und das ist auch warum Adaptionen manchmal unbefriedigend sind, denn sie tun so, als ob sie nicht anders wäre, doch das sind sie!




Wie eng waren sie in die Dreharbeiten mit Regisseur J.A. Bayona involviert?

Ich hatte sehr, sehr viel Glück, denn sie waren sehr kollaborativ, was nicht selbstverständlich ist, wirklich nicht! Doch sie waren behilflich bei den Vorbereitungen und wir haben viel über das Skript gesprochen. Er (J.A. Bayona) hatte auch Ideen, welche sie hinzufügen wollten und wir haben dann gemeinsam über sie geredet. Großartige Gründlichkeit bei der Arbeit, das Skript fertig für die Dreharbeiten zu bekommen! Ich habe das Set zwölf oder dreizehnmal besucht. Wart ihr schon mal an einem Filmset? Dort gibt es diese Kombination aus sehr, sehr interessant und dann sehr langweilig, für Stunden, und dann wieder sehr interessant. Also ging ich immer wieder hin, sah Szenen zu und habe einen 9-Meilen-Lauf gemacht, außerhalb in Barcelona und ich kam zurück und sie waren noch immer an der gleichen Szene! (lacht) Doch ich war oft anwesend und sie haben mich immer gefragt, Was denkst du über dies? und ich meinte Was denkt ihr über das? Ich schuf manchmal auch Dialoge am Set, denn Schauspieler bringe immer Ideen und Inspiration hinzu. Und dann beim Editing, da schaute ich mir Änderungen an und äußerte Ideen und hatte viel Glück, dass sie so kooperativ waren! Du kannst den Autor nicht ganz aus dem Spiel lassen und ich bin froh, dass sie es nicht getan haben.


- but It's not the only monster in the book, is it? Is the monster somewhere else? Is it the cancer? Is it the future?



Was hat sie am meisten herausgefordert beim Umschreiben ihres eigenen Romanes zu einem Drehbuch und was haben sie dabei gelernt für ihr Romanschreiben?
Nun, ich habe es gemacht, weil ich lernen wollte! Ich glaube, dass Selbstgefälligkeit entsteht, wenn man taub ist. Wenn du denkst, dass du alles richtig machst und immer nur das Gleich wiederholst, dann ist das für mich einfach nur taub! Ich möchte ängstlich sein, auf eine ergiebige, nützliche Art, sodass ich achtgebe und sodass es eine Risiko des Scheiterns gibt! Was natürlich nicht immer so viel Spaß macht. Aber immerhin bin ich dann wirklich beschäftigt und fokussiert.
Ich fühlte, dass ich wusste warum das Buch funktioniert und wie es in einem typischen Hollywood Prozess vielleicht verändert werden würde, auf eine Weise die nicht dem Buch folgen würde. Und so dachte ich: Nun, ich bin kein Filmemacher, aber ich möchte wenigstens eine Konversation darüber starten! Und so betrachtete ich auch das erste Skript. Ich werde so eine Konversation starten und sagen: Das sind die Dinge, die mir wichtig sind! Es ist eine Herausforderung, aber die Art kreativer Herausforderungen, die ich mag. Denn es ermöglicht dir, trotzig zu sein. Die Strukturen eines Drehbuches sind sehr genau, und natürlich auch notwendig, immerhin gibt es sie nicht ohne Grund. Die gesamte Geschichte wird zu einer lange Kurzgeschichte gekürzt, welche dann noch auf eine spezielle Weise erzählt werden muss. All diese Regeln können einengend wirken, doch nicht für mich. Ich wuchs in einer recht religiösen Familie auf und lernte so auf eine Art zu rebellieren, nämlich indem ich alle Regeln ganz genau befolgte und trotzdem alles tun und lassen konnte, was ich wollte. Und so geht es mir ein bisschen um Trotz und die kreative Herausforderung, diese Einschränkungen hinter mir zu lassen.
Und so kann ich sagen, dass es ein heftiger Wechsel ist und eine völlig andere Art des Schreibens, aber höre niemals auf zu lernen und zu wachsen! Nie! Nie! Nie! Oder geb auf und tu' was andere. Das denke ich jedenfalls.



Die Beschreibungen der Krankheit und Scheidung der Eltern aus der Sicht eines Kindes wirken so real und kreativ. Hatten sie ähnliche, eigene Erfahrungen?
Spoileralarm!
Nein, nicht persönlich. Ich habe mich dem Thema emotional durch den Gedanke genähert, dass es ein Buch und eine Geschichte über Verlust, doch noch mehr über die Angst vor Verlust ist. Dass er Angst hat, sie zu verlieren. Und er verliert sie schlussendlich ja auch in der Geschichte, ein Ende, was nicht immer eintreten muss, aber jeder von uns kennt die Angst davor. Und diese kann sehr zerstörerisch sein, da sie von dein Leben Besitz ergreifen kann, von Connors Leben und all seinen Gedanken. Wie wird all das enden? Das einzige Ende ist, dass sie stirbt und wie kannst du das gleichzeitig wollen und nicht wollen?
DAS war mir sehr wichtig und ist mir in all meinen Bücher sehr wichtig: Die Wahrheit. Was ist die wirkliche Wahrheit? Nicht die Wahrheit im Fernsehen oder in einem Film, sondern die wirkliche Wahrheit! Was ist die wirkliche Wahrheit und wie chaotisch und unschön wird sie sein?
"Wie wütend wärst du auf deine Mutter, weil sie krank ist?", ist die verbotene Frage hier.
Die Eingebung kam mir bei einer anderen Geschichte, die schrecklich und lustig zugleich ist und von einer Frau in Amerika handelt. Sie hat einen Mann mit Alzheimer und Tag ein Tag aus kümmert sie sich nur um ihn. Eines Tages, an Ostern, kauft sie sich dann Schokolade und kommt nach Hause, nur um zu sehen, dass er all ihre Schokolade aufgegessen hatte. Daraufhin gießt sie Benzin über ihn und setzt ihn in Brand, denn das war der Punkt, an dem sie nicht mehr konnte. Und das ist eine wirklich schreckliche, lustige und furchtbare Geschichte, doch sehr faszinierend für mich. Offensichtlich wollte sie ihn nicht töten, offensichtlich liebte sie ihn sehr, doch sie konnte nicht mehr. Was, wenn du ein kleines Kind bist, wenn du 12 Jahre alt bist und ähnlichen Druck hast? "Wie kann das enden? Ich ertrage den Druck nicht! Ich ertrage nicht, was es mich wünschen lässt!"
At ease - ab hier wieder gemütlich spoilerfrei
Und so kam ich dazu. Ich fragte immer wieder, was ist hier die wirkliche Wahrheit? Ich habe natürlich schon Verlust erfahren, nicht so speziell wie hier, aber weiß auch, wie es sich anfühlt wenn Beziehungen kaputt gehen, das Chaos, das zurückbleibt. Und so habe ich versucht, die emotionale Wahrheit richtig einzufangen, weil alles andere sich falsch angefühlt hätte. Falsch für Connor und falsch für andere Kinder, die so etwas erfahren haben.
Als ich ein Kind war, nun, mit 12 ist man kein Kind mehr, aber ihr wisst was ich meine, aber als ich noch ein Kind war und öfters las, hatte ich immer das Gefühl, dass Bücher mich anlügen, was mich sehr wütend gemacht hat. Also möchte ich niemals diese Bücher schreiben, die mein 12 Jahre altes Ich wütend gemacht hätten.

Haben Sie überhaupt Bücher gelesen, die mochten?
Wie die meisten Leute in meinem Alter bin ich von Kinderbüchern direkt zu Stephen King gesprungen, denn es gab kaum Teenager Bücher. Manche waren zwar sehr gut, doch oft gespickt mit Lebensweisheiten, so nach dem Motto "Oh, du wirst traurig sein, aber es wird okay sein." Nun, es ist nicht immer okay und es ist okay, dass es nicht immer okay ist. Das wollte ich lesen und darum ging es mir hier.



Im Film sehen wir Connor manchmal als einen passiven Charakter, wo er nicht in den Prozess seiner kranken Mutter miteingebunden ist und eigentlich nur zuschauen kann, da niemand mit ihm redet. Denken Sie, wir sollten Kinder und Teenager mehr während des Prozesses involvieren?
Oh! Ich zögere zu sagen, dass wir es sollten. Denn, was weiß ich schon! Doch... Es sollt nicht um ein Sollen gehen, Kinder wissen Bescheid! Er (Connor) weiß ganz genau, was passieren wird und das ist so gefährlich! Wenn sie wissen, was vor sich geht und du so tust, als ob sie es nicht wüssten, obwohl wir wissen, dass sie es wissen. Das denke ich, richtet den wirklichen Schaden an. Denn ein schlaues Kind wird 95% der Geschichte selbst zusammensetzten können, doch diese letzten 5% müssen sie frei erfinden und sich erdenken und damit liegen sie meisten schrecklich falsch, was sehr schädlich ist. Er weiß es! Er hat es von Anfang an gewusst, doch niemand möchte ehrlich mit ihm reden und somit wird er zurückgelassen, mit seiner Frustration und dieser furchtbaren, verbotenen Ungeduld, und der Angst, seine Mutter zu verlieren. Niemand ist bereit ehrlich mit ihm darüber zu sprechen, denn sie wollen nicht zugeben, dass er Bescheid weiß. Das ist das Einzige, bei dem ich mir sicher bin: Kinder wissen Bescheid! Ob du es möchtest oder nicht ist völlig irrelevant. Wen interessiert schon deine Meinung? Außerdem ist sie sinnlos, denn sie wissen es sowieso. Die wichtigere Frage ist, was du dagegen unternehmen wirst. Was wirst du gegen ihr Wissen unternehmen?
Sehr junge Kinder sind interessiert an ... an diesem - das ist ein schrecklicher Satz, aber sie sind neugierig und sie möchten darüber erfahren. Die Heimlichtuerei stellt den großen Schaden an, denn sie wissen bereits Bescheid und wenn du es ihnen nicht erklärst, werden sie es sich selbst zusammenreimen und das ist ein hohes Risiko! Das ist meine Meinung. Aber was weiß ich schon!


That's enough so I'm not lost, but not so much that I can't create and be surprised.



Connor erzähl sich selbst metaphorische Geschichten um mit seiner Lebenssituation umzugehen. Regine aus Ihrem Buch Mehr als das sagt einmal "Wir müssen uns selbst belügen, um zu leben." Wie wichtig ist Ihnen diese Idee als Geschichtenerzähler?
Ich habe schon seit langem eine Theorie, die ich ein bisschen scherzhaft sehe, aber auch nur ein bisschen. Und zwar denke ich, dass Eigenwahrnehmung ein Unfall der Evolution ist. Es gab uns einen riesen Vorteil, aber ich meine, wir waren nicht ganz bereit dafür. Denn die Erkenntnis, dass wir sterben werden, ist einzigartig. Ich denke nicht, dass wir bereit waren für diese Information und so erfanden wir Geschichten, um mit ihr fertig zu werden. Religion wurde erfunden gegen unsere Angst vor dem Tod und Komödie gegen unsere Angst vor dem Leben! Eine Geschichte hat den so ungeheuer wichtigen, unverzichtbaren Nutzen, die Bedeutungslosigkeit des Universums zu erklären, doch sie hat Grenzen. Deswegen solltest du sie immer hinterfragen und eine neue Geschichte erzählen und danach eine andere und so weiter. Alles, was du jemals erreichen wirst, ist ein flüchtiger Blick auf die Wahrheit, der aus einer Millionen Geschichten besteht. Und Ja! Du musst dich selber belügen, denn das Universum ist verrückt und unerklärlich! Wie erklärst du Liebe? Wie erklärst du Zeit? Du musst Geschichten drüber erzählen. Du kannst es nicht einfach wissen, du musst eine Geschichte drüber erzählen! Das ist meine Theorie.



Wenn Sie anfangen zu schreiben und mitten in der Geschichte sind, wissen Sie dann bereits das Ende oder überraschen Sie sich selbst immer wieder?
Meine Angewohnheit ist es, dass ich den letzten Satz weiß, bevor ich anfange. Das ist mir sehr, sehr wichtig. Er ist der wichtigste Satz im Buch, der Abgang. Doch wie ich dahin komme, ist immer ungewiss. Ich habe normalerweise ein paar große Szenen, die sich richtig und vielversprechend anfühlen, doch ich erlaube es mir, auf sie zu zu schreiben, sodass Überraschungen entstehen. Ohne Überraschungen wäre alles nur ein grober Entwurf und das verspricht keinen Spaß. Ich hatte schon Charaktere, die erst vom Tage an existierten, an dem ich über sie das erste Mal schrieb und nachher sehr wichtig wurden. Das ist weder zu viel, noch zu wenig. Genug, um nicht verloren zu gehen und doch kreativ schreiben und sich überraschen lassen zu können.

Vielen Dank!


Thank you very much indeed! Das Interview war für mich die reinste Wonne! Natürlich habe ich keinen Vergleich, abgesehen von einem kurzen Treffen mit Derek Landy, das ganze 60 Sekunden dauerte, habe ich noch nie so einen tiefen Einblick in die Welt eines Autor erhalten. Doch die 30 Minuten mit Patrick Ness haben mir so viel Freude bereitet, dass ich es kaum erwarten kann, seine anderen Romane zu verschlingen und seine nächsten Filmprojekte auf großer Leinwand zu sehen. Wir werden noch viel von ihm hören, da bin ich sicher!

Wie hat euch das Interview gefallen? Waren ein paar interessante Fragen dabei?
Lasst es mich gerne unten in den Kommentaren wissen!



Die Verlosung


Und nun zum Fun Part für euch:
Ich habe euch eine Verlosung versprochen und die bekommt ihr auch!


Anlässlich des Releases HEUTE, dem 19. Oktober, verlose ich eine DVD und eine Blu-ray des Filmes Sieben Minuten nach Mitternacht, beide jeweils mit einem Filmplakat.


Die Regeln sind wie immer, du musst mindestens 16 Jahre alt sein und im Falle eines Gewinns dich innerhalb von sieben Tagen zurückmelden, sonst wird ein neuer Gewinner ausgelost. Die Verlosung wird 7 Tage andauern, ihr habt also bis zum 26. Oktober 2017 (23:59 Uhr) eine Chance in den Lostopf zu hüpfen.


Wie du gewinnen kannst? Hinterlasse mir ein Kommentar und schreibe etwas zum Film, Buch oder Interview. Welche Antwort von Patrick Ness hat dich am meisten überrascht? Was gefällt dir besser, Buch oder Film?
In deinem Kommentar sollte außerdem noch deine Email Adresse stehen und was dir lieber wäre, DVD oder Blu-ray!


Das wars auch schon von meiner Seite.
Viel Glück und liebste Grüße

eure Moira

Kommentare:

  1. Ich kenne den Film noch nicht, würde mich aber sehr freuen, wenn ich bei der Verlosung über die DVD freuen. Hört sich sehr interessant an. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Andrea (aodoerfer@t-online.de)

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  2. Liebe Moira,
    gerne würde ich dem nun auch im Heimkino zu bestaunenden Fantasy-Opus im Blu-Ray-Format frönen um in Erfahrung zu bringen, welchen Verlauf der spannend anmutende Plot nimmt.
    Herzliche Grüße
    Falko
    recognize98(at)yahoo(punkt)de

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  3. Was für eine schöne Verlosung mit einem hammer preis <3 Hüpfe gerne in den Lostopf und hoffe die Glücksfee findet mich. Ich habe dich bei instagramm unter rosaliana123456 abonniert, so das ich immer auf dem laufenden gehalten werde :) drücke mir mal egoistischerweise am meisten die daumen, hoffe das ist ok... würde mich sehr freuen, wenn mich deine glücksfee ziehen sollte, ansonsten freue ich mich einfach sehr, das du mir die chance gegeben hast... leider kenne ich weder buch, noch film..aber vielleicht klappt es ja so :) bluray bitte. das interview fand ich sehr schön.. das er den letzten satz schon im kopf hat, bevor er überhaupt los schreibt, fand ich richtig süß
    lg limettenfreundin@gmx.de

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  4. Hallo,
    also ich find ja grundsätzlich fast in allen Fällen das Buch besser, als den Film, sofern eines vorhanden ist, da ich den Film aber leider noch nicht gesehen habe, kann ich das nicht beurteilen, aber er steht auf jeden Fall noch auf meiner Liste. Das Buch selbst fand ich ziemlich gut geschrieben und es war super zum lesen! :)
    Ebenso fand ich das Interview super, es hat doch einige Überraschende Antworten gegeben, die ich so nicht erwartet hätte, aber liegt wohl auch daran, dass ich mich vorher nicht so mit dem Autor befasst habe :)

    Würd mich auf jeden Fall über die Blu Ray Version des Films freuen :)
    Meine Mail-Adresse: PatrickSuess@gmx.at

    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick

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  5. Hallo ihr vier,
    danke, dass ihr an meiner kleinen Verlosung teilgenommen habt.
    Nach ein bisschen Zettel Ein- und Entfalten sind die Lose auf Andrea und Patrick gefallen, ihr bekommt heute noch eine Email von mir.
    Habt alle einen schönen Sonntag!

    Liebe Grüße
    Moira

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